Griechenland nach Tiflis über die Türkei
Der Schwertransport von Griechenland nach Tiflis führt auf dem Landweg über die Türkei: von Nordgriechenland über den Grenzübergang Kipoi/İpsala nach Anatolien, quer durch die Türkei und über Sarp bzw. Türkgözü nach Georgien und weiter in die Hauptstadt Tiflis. Die Distanz liegt bei rund 2.000 bis 2.500 km. Alternativ lässt sich der Landweg durch die Türkei durch eine Schwarzmeer-Fähre nach Poti verkürzen, was Gebirgsetappen spart und die Ladung schont. In beiden Fällen wird kein Russland durchfahren; die Relation bindet sich an den Mittleren Korridor an.
Oversize Transports plant beide Varianten als Gesamtprojekt und wählt die Route nach Kolligröße, Fährkapazität und Zeitrahmen.
Genehmigungskette Griechenland–Türkei–Georgien
Der griechische Streckenanteil wird über die nationale Ausnahmegenehmigung für Schwertransporte abgewickelt; die deutsche §29-StVO-Regelung greift auf dieser Relation nicht, da kein deutscher Streckenanteil berührt wird. Es folgen die nationalen Ausnahmegenehmigungen der Türkei und Georgiens. Die Fahrt durch Anatolien ist gebirgig; Steigungen, enge Kurvenradien und Durchfahrtshöhen an Tunneln und Brücken sind vorab zu vermessen. Wir prüfen die Trasse auf Tragfähigkeit und Profilfreiheit, bevor die Fahrzeugdisposition steht.
Zollabwicklung: T1 und TIR
Ab der türkischen Grenze bei Kipoi/İpsala – zugleich EU-Außengrenze – läuft die Sendung im Versandverfahren als T1 und/oder unter TIR-Carnet. TIR reduziert die Kontrollen an den Zwischengrenzen; die Einfuhrverzollung erfolgt in Georgien. Beim Seeweg wird die Ladung im Hafen Poti in den Landverkehr überführt. Wir stimmen die Dokumente vorab mit den Grenzstellen ab, damit an Kipoi/İpsala und Sarp keine Standzeiten entstehen.
Fahrzeugwahl und Ladungssicherung
Für die bergigen Abschnitte in der Türkei sind gelenkte Achslinien und ausreichende Bodenfreiheit wichtig; die passende Fahrzeugwahl richtet sich strikt nach der Ladung. Schwere Einzelkolli werden auf Tiefbett- oder Modulachsauflieger geladen und form- sowie kraftschlüssig nach den anerkannten Regeln der Technik gesichert – verzurrt, verkeilt und gegen Kippen abgestützt. Beim Seeweg über das Schwarze Meer ist die Ladung zusätzlich für die Fährverladung und die Überfahrt zu sichern.
Begleitung und Zeitfenster
Je nach Maß und Auflage begleiten wir den Transport mit Begleitfahrzeugen bis hin zur BF3-/BF4-Begleitung; in der Türkei und in Georgien kann zusätzlich eine behördliche Begleitung vorgeschrieben sein. Nachtfahrverbote, Wochenendauflagen und die Öffnungszeiten der Grenzen Kipoi/İpsala und Sarp fließen in die Zeitplanung ein. Beim Seeweg gibt der Fährtakt das Zeitfenster vor.
Georgien als Korridor-Drehscheibe
Tiflis ist logistischer Knoten des Südkaukasus: Von hier verzweigen sich Relationen nach Baku (Aserbaidschan), Eriwan (Armenien) und weiter Richtung Kaspisches Meer. Diese Anbindung macht Georgien zu einem Kernstück unserer internationale Schwerlasttransporte. Landesdetails finden Sie auf der Seite zum Schwertransport nach Georgien.
Machbarkeitsprüfung als erster Schritt
Jede Tiflis-Relation beginnt mit der technischen Prüfung: Gewicht, Länge, Breite, Höhe und Schwerpunkt der Ladung bestimmen Achslastverteilung, Fahrzeugtyp und – beim Seeweg – die erforderliche Fährkapazität. Für die gebirgige Fahrt durch Anatolien werden Steigfähigkeit, Kurvenradien und Bodenfreiheit besonders sorgfältig bewertet. Die Trasse wird virtuell befahren, um kritische Brücken, Tunnel und Ortsdurchfahrten frühzeitig zu erkennen.
Oversize Transports als eigenständiger Projektpartner
Oversize Transports ist die Marke der HSNK s.r.o. mit Sitz in Prag und agiert als eigenständiger Schwerlastspediteur. Für Georgien-Relationen bündeln wir Machbarkeit, Routenvergleich, Genehmigungen, Begleitung und Zoll in einer Hand – ob über den Landweg durch die Türkei oder die Schwarzmeer-Fähre. Fragen Sie Ihr Projekt telefonisch oder per Anfrageformular an – wir prüfen die Machbarkeit und empfehlen die belastbarere Route.
Typische Ladungsarten auf dieser Relation
Nach Tiflis gehen über die Türkei-Route häufig Baumaschinen, Transformatoren, Kessel, Behälter und Anlagenmodule. Solche Güter bringen oft Überbreite, Überhöhe oder Punktlasten mit, die die Fahrzeugwahl für die gebirgige Fahrt durch Anatolien prägen. Wir stimmen Auflieger, Achslinien und Sicherungsmittel exakt auf das Kolli ab und dokumentieren Maße und Zustand vor Abfahrt, damit die Genehmigungsangaben über alle Transitländer konsistent bleiben. Ob einzelne Übermaß-Maschine oder komplette Anlagenlieferung: Wir kalkulieren jede Kaukasus-Relation individuell und begleiten sie von der ersten Machbarkeitsprüfung bis zur Entladung in Tiflis.
Versicherung und Risikovorsorge
Schwergut Richtung Südkaukasus verlangt eine passende Transportversicherung und eine klare Risikovorsorge. Wir stimmen Deckung, Wertangaben und Havariekonzept auf das jeweilige Projekt ab, damit im Schadenfall Verantwortlichkeiten und Abwicklung eindeutig geregelt sind.