Überschreitet Ihre Ladung die gesetzlichen Maße oder Gewichte, dürfen Sie ohne behördliche Erlaubnis nicht auf die Straße. Dieser Leitfaden erklärt, ab wann eine Schwertransport-Genehmigung nötig ist, welche Genehmigungsarten es gibt, was sie kostet und wie lange die Bearbeitung realistisch dauert – und wie Oversize Transports Ihnen den kompletten Prozess abnimmt.
Ab wann ist eine Genehmigung erforderlich?
Maßgeblich sind die Grenzwerte des Regelverkehrs. Eine Erlaubnis nach § 29 StVO brauchen Sie, wenn der Transport eine dieser Grenzen überschreitet:
- Breite: über 2,55 m (Kühlfahrzeuge: 2,60 m)
- Höhe: über 4,00 m
- Länge: über 16,50 m beim Sattelzug bzw. 18,75 m beim Gliederzug
- Gewicht: über 40 t zulässiges Gesamtgewicht (44 t im kombinierten Verkehr)
Je nach Art der Überschreitung spricht man von Großraumtransport (Übermaß) oder Schwertransport (Übergewicht) – häufig trifft beides zusammen. Neben der Transporterlaubnis benötigt das Fahrzeug selbst passende Ausnahmegenehmigungen nach StVZO; beides muss zusammenpassen.
Einzelerlaubnis oder Dauererlaubnis?
Die Einzelerlaubnis gilt für eine konkrete Route in einem definierten Zeitraum – der Standardfall bei Projektladungen wie Maschinen, Trafos oder Anlagenmodulen. Für wiederkehrende Transporte auf gleichbleibenden Relationen (z. B. Fertigteile ab Werk) kann eine Dauererlaubnis beantragt werden, die innerhalb definierter Maße und Strecken mehrfach nutzbar ist. Anträge laufen über die Straßenverkehrsbehörden; bei Routen über mehrere Bundesländer werden alle betroffenen Länder über das bundesweite Online-Verfahren beteiligt – jedes prüft seinen Abschnitt selbst. Grenzüberschreitende Transporte benötigen zusätzlich Genehmigungen in jedem Transitland nach dessen nationalem Verfahren – mit eigenen Fristen, Gebühren und Auflagen, die in die Gesamtplanung eingerechnet werden müssen. Wer eine Mehrländer-Route plant, sollte deshalb immer vom langsamsten Genehmigungsverfahren her terminieren, nicht vom schnellsten.
Was kostet die Genehmigung?
Die reinen Verwaltungsgebühren liegen je nach Bundesland und Umfang meist zwischen rund 50 und mehreren hundert Euro pro Erlaubnis. Der größere Kostenblock entsteht durch die Auflagen, die mit der Genehmigung verbunden sind:
- Begleitfahrzeuge (BF2/BF3/BF4) nach Stunden- oder Tagessätzen,
- Polizeibegleitung, sofern angeordnet,
- Brückenstatik-Einzelberechnungen bei hohen Gesamtgewichten,
- temporäre Maßnahmen wie Schilderdemontage oder Streckensicherung.
Konkrete Gesamtkosten lassen sich seriös erst nach der Routenprüfung beziffern – je nach Route, Gewicht und Genehmigungslage. Oversize Transports weist alle Positionen transparent aus und bündelt sie nach der Machbarkeitsprüfung in einem Festpreis.
Wie lange dauert die Bearbeitung?
Als Faustregel: Einfache Einzelerlaubnisse innerhalb eines Bundeslandes dauern etwa ein bis zwei Wochen. Mehrländer-Routen mit Begleitauflagen brauchen typischerweise zwei bis sechs Wochen, weil jede beteiligte Behörde zustimmen muss. Sehr schwere Transporte, für die Brücken einzeln nachgerechnet werden müssen, können mehrere Monate Vorlauf erfordern. Unser Rat: Genehmigungsplanung parallel zur Projektplanung starten, nicht erst wenn die Ladung versandbereit ist – geänderte Maße oder Gewichte nach Antragstellung bedeuten sonst ein neues Verfahren.
Häufige Fehler, die Zeit und Geld kosten
Aus der Praxis sehen wir vier wiederkehrende Stolpersteine:
- Vorläufige Ladungsdaten im Antrag: Ändern sich Maße oder Gewicht nach Antragstellung, muss neu beantragt werden – mit vollem Fristenlauf.
- Route ohne Vorprüfung beantragt: Wird eine Brücke oder Engstelle in der Behördenprüfung abgelehnt, beginnt die Abstimmung von vorn. Eine digitale Routenprüfung vor dem Antrag verhindert das.
- Begleitkapazitäten zu spät gebucht: BF3/BF4-Fahrzeuge und Polizeieinsatzzeiten sind Engpassressourcen; wer sie erst nach Genehmigungserhalt anfragt, verliert oft das genehmigte Zeitfenster.
- Be- und Entladestelle vergessen: Die Genehmigung endet nicht am Werkstor – Rangierflächen, Kranstellplätze und die letzte Meile über Gemeindestraßen gehören in die Planung.
So läuft es mit Oversize Transports
Wir übernehmen den gesamten Prozess: Prüfung der Ladungsdaten, digitale Routenanalyse (Brückenlasten, Durchfahrtshöhen, Engstellen), Antragstellung in allen betroffenen Bundesländern und Transitstaaten, Koordination von Begleitfahrzeugen und Polizeieinsatzzeiten sowie die Durchführung mit passendem Equipment bis 200 t. Sie erhalten nach der Machbarkeitsprüfung ein Festpreis-Angebot inklusive Genehmigungs- und Begleitaufwand und haben während des Projekts eine persönliche Projektleitung mit 24/7-Erreichbarkeit. Senden Sie uns Abmessungen, Gewicht und Relation – wir sagen Ihnen kurzfristig, was möglich ist, was es kostet und wann gefahren werden kann.